

Wir können uns im Laufe unseres Arbeitslebens viele Ziele stecken. Aber für viele Menschen scheint der Einstieg ins Rentnerleben mit 65 – oder früher wenn’s geht – das höchste Ziel zu sein. Natürlich hat die Wirtschaftskrise den Rentenkonten einiger Millionen Einzahler einen heftigen Schlag versetzt, so dass zukünftige Rentner ihre Pläne maßgeblich ändern müssen.
Dennoch beginnen ungezählte Geschäftsleute ihren Tag mit der Sehnsucht nach dem Tag, an dem sie ihre Sachen im Büro endgültig packen und ein ruhigeres Leben führen können ohne Druck und Termine. Wenn dann dieser Tag kommt, werden Tätigkeiten wie Golf, Gärtnern oder Reisen zur Hauptbeschäftigung im Leben.
Beim Einstieg in dieses neue Leben lassen sie jedoch jahrelange Weisheit und Know-How zurück. Deshalb ist die Geschichte von Waldo McBurney aus Quinter, Kansas, die im Fernsehen und zahllosen Zeitungsartikeln veröffentlicht wurde, so erfrischend.
McBurney wurde 2006 als ältester Werktätiger der USA bezeichnet – mit 104 Jahren! Sein Arbeitsleben umfasste tatsächlich die Zeitspanne von der Pferdekutsche bis zum Computerzeitalter. Sein erster bezahlter Job mit 13 war das Führen eines Pferdegespannes vor einem Weizendrescher; 1950 begann er ein Samenreinigungsgeschäft, welches er bis zu seinem 91. Lebensjahr betrieb.
Zu diesem Zeitpunkt zog er sich nicht etwa ins Rentnerdasein zurück, sondern wandte sich seinem jahrelangen Hobby, der Imkerei, zu und begann ein neues Geschäft mit dem Verkauf von Honig. 2008 verkaufte er schließlich diese Firma und räumte ein, dass es nun allmählich Zeit sei, „etwas langsamer zu tun“. Er starb im Juli des gleichen Jahres mit 106 nach einem wertvollen und ehrwürdigen Arbeitsleben.
Offensichtlich hat Herr BcBurney nicht immer weiter gearbeitet, weil es notwendig war. Er hatte andere Interessen. Zum Beispiel ist er schon von Kindheit an gerne gelaufen und begann mit 65 gezielt mit Langstreckenlauf. Er nahm an der Seniorenolympiade und -weltmeisterschaft sowie anderen Wettbewerben teil und gewann insgesamt 10 Goldmedaillen in der Leichtathletik. Er machte bis 2004 bei Laufwettbewerben mit, in dem Jahr, als seine Autobiographie My First 100 Years: A Look Back from the Finishing Line (Meine Ersten 100 Jahr: Ein Blick zurück von der Ziellinie) erschien.
McBurney praktizierte keinen aufwendigen Lebensstil. Meistens ging er die paar Blocks von seinem Haus zum Büro zu Fuß. Her hätte genügend Geld gehabt, um sich sorgenfrei zur Ruhe zu setzen, aber er sah den Wert der Arbeit und die Freude, die ihm seine berufliche Tätigkeit brachte. Im Schaukelstuhl ausruhen, oder den Tag lang im Garten herumwerkeln oder stille Spaziergänge im Park machen, das reizte ihn alles scheinbar nicht.
König Salomo, angeblich der weiseste Mann der Weltgeschichte, hätte McBurney meinen können, als er in Prediger 5, 19 - 20 schrieb: „Wenn Gott einen Menschen reich und wohlhabend werden lässt und ihm auch noch Freude dabei schenkt, dann kann der Mensch es dankbar annehmen und die Früchte seiner Arbeit genießen. Denn das ist ein Geschenk Gottes! Weil Gott ihm so viel Freude gibt, denkt er nicht darüber nach, wie kurz sein Leben ist.“
Wenn wir unsere Gott gegebenen Gaben und Talente bei einer Tätigkeit einsetzen, die wir gerne tun, kann unser Herz mit Freude gefüllt werden, die weit über das übliche Rentenalter hinaus reicht. Versäumen Sie in den späteren Jahren nicht das Beste, das Gott vorgesehen hat.
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