

Die größte Ressource jeder Organisation sind ihre Menschen. Die Firma mag topaktuelle Produkte oder Dienstleistungen anbieten, über ein substantielles Kapitalpolster verfügen oder eine unvergleichliche Marketingstrategie verfolgen. Vielleicht hat sie einen ausgezeichneten Ruf; jedoch ohne die richtigen Angestellten, um die Mission durchzuführen – nicht nur fachlich und erfahrungstechnisch –, ist der Erfolg alles andere als sicher.
Als ich als staatlicher Wirtschaftsprüfer tätig war, passierte es einem Kollegen und mir, dass wir uns hetzten, eine Revision so rechtzeitig abzuschließen, dass wir unsere Flüge nach Hause noch rechtzeitig erwischen konnten. Völlig unerwartet fiel der Strom in der Stadt aus, wo wir uns befanden. Ich konnte keine Kopien von Dokumenten machen, die für die Wirtschaftsprüfung wichtig waren.
Ein junger Mann aus unserem nordöstlichen Einsatzbüro war mir als Assistent zugeteilt. « Ich fahre zum nächsten Ort, um die Kopien zu machen », sagte ich ihm. « Während ich weg bin, schauen Sie bitte diesen Fragebogen zusammen mit der Sekretärin durch, packen Sie dann unsere Sachen zusammen, damit wir schnell loskommen, wenn ich wieder da bin. »
Als ich zurück kam, traf mich fast der Schlag, als ich den jungen Mann schlafend auf einem Tisch im Konferenzzimmer der Firma vorfand. Er hatte das Zimmer nie verlassen, geschweige denn den Fragebogen mit der Sekretärin ausgefüllt. Als ich ihn weckte, murmelte er etwas von einem Kater nach einem Trinkgelage am Abend vorher.
Frustriert rief ich im Büro an, von welchem er mir geschickt worden war und verlangte eine Disziplinarstrafe für unpassendes und unprofessionelles Verhalten dieses jungen Mannes. Später erfuhr ich, dass es seinen Vorgesetzten so peinlich war, dass ihnen eine Strafe nicht genügte: er wurde mit sofortiger Wirkung entlassen.
Im Alten Testament der Bibel finden wir viele weise Beobachtungen über den Charakter der Menschen, auch über ihren Fleiß und ihre Motive. In Sprüche 10, 26 steht z. B.: « Lass niemals einen Faulpelz für dich arbeiten, denn er wird dir schaden wie Zucker deinen Zähnen und Rauch deinen Augen! » Ganz ehrlich, der Umgang mit diesem dummen Buchhalter bewirkte ähnliche Gefühle in mir. Ich war irritiert, um es vorsichtig auszudrücken.
Ein weiterer Spruch erinnert mich an diesen unmotivierten Kollegen: «Ein Faulpelz liebt seinen Schlaf - und erntet Hunger dafür. » (Sprüche 19, 15). Ich Wei nicht, wie es mit ihm weiter gegangen ist, aber ich hoffe, dass die Kündigung ihn aufgerüttelt hat.
Zwei weitere Sprüche bieten einen starken Kontrast : «Wer eine Botschaft durch einen Unzuverlässigen überbringen lässt, der kann sich genauso gut die Füße abhacken - es bringt ihm nichts als Unglück! » (Sprüche 26, 6) und «Ein zuverlässiger Bote ist für den, der ihn sendet, so erquickend wie ein kaltes Getränk1 in der heißen Erntezeit. » (Sprüche 25, 13).
Da Angestellte ihre Organisationen vertreten, ob auf dem eigenen Gelände oder bei Auswärtsterminen, ist es wichtig, unsere Mitarbeiter mit großer Weisheit auszusuchen. Wir können uns nicht auf den guten Ruf der Firma verlassen oder auf die guten Kundenbeziehungen der Vergangenheit. Schlechte Leistung und ebensolches Benehmen können einen dauerhaft negativen Eindruck hinterlassen, der sich unter Umständen schwer abschütteln lässt.
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